Sicherheitslücke beim neuen Personalausweis
»Schön, dass sie es sind«: Das Innenministerium verspricht sich vom neuen elektronischen Personalausweis einen Quantensprung, was die Identifizierbarkeit im Online-Geschäftsverkehr betrifft. Doch der neue Ausweis hat bei den Lesegeräten offenbar eine riesige Sicherheitslücke — Betrüger können sogar die PIN ausspionieren.

So sehen Vorder– und Rückseite des neuen elektronischen Personalausweises aus. Bild: Bundesministerium des Innern
Im November soll er kommen, Innenminister Thomas de Maizière hält große Stücke auf ihn: der elektronische Personalausweis. Kernstück des scheckkartengroßen Plastikstücks soll dabei die Online-Ausweisfunktion oder auch eID (für elektronische Identifizierung) sein, mit der sich der Bürger bei Online-Behördengängen, Alterskontrollen oder beim Abschluss von Geschäften ausweisen können soll.
Für letzteres wurde die Unterschriftsfunktion eingeführt, genauer gesagt die Qualifizierte Elektronische Signatur (QES). Dann benötigt man ein Signaturzertifikat, eine sechsstellige Signatur-PIN und ein Lesegerät mit PIN-Pad. Genau hier gibt es nun aber eine große Sicherheitslücke, wie das ARD-Magazin »Plusminus« meldet, das zusammen mit dem Chaos Computerclub Testversionen der Basis-Lesegeräte geprüft hat. »Für Betrüger ist es demnach problemlos möglich, sensible Daten abzufangen — inklusive der geheimen PIN-Nummer«, heißt es in der Vorab-Pressemeldung zur Plusminus-Sendung am 24. August um 21.50 Uhr.
DeMaizière sieht keine Probleme
Genaue technische Details gibt es noch nicht, laut Futurezone tritt das Sicherheitsleck bei Chipkarten-Lesegeräten der niedrigsten Sicherheitsstufe — ohne eigene Tastatur und Display — auf. Da bei diesen Modellen die Eingabe der PIN über den eigenen Rechner erfolgt, können Tastatureingaben unter Umständen durch Schadsoftware abgefangen und an Angreifer übermittelt werden. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sieht laut »Plusminus«, das ihn zu der Sicherheitslücke befrgate, keinen unmittelbaren Handlungsbedarf.
Sollten sich die Tests von ARD und CCC bestätigten, wäre größte Vorsicht bei der Anschaffung dieser einfachen Lesegeräte geboten, von denen eine Million kostenlos als sogenannte »Starter Kits« an die Bürgerinnen und Bürger verteilt werden sollen. Besser beraten ist man, wenn man zu einem teureren Lesegerät mit eigener PIN-Eingabemöglichkeit greift.





